15.10.2026
Nocellara del Belice: Olivensorte aus Sizilien erklärt | Olio Narciso

In Italien gibt es Hunderte Olivensorten. Nur wenige sind so eng mit einem einzigen Ort verbunden wie die Nocellara del Belice. Sie wächst fast ausschließlich im Tal des Flusses Belice im Westen Siziliens, rund um Castelvetrano, Campobello di Mazara und Partanna. Wer ein Öl aus dieser Sorte kauft, kauft also immer auch ein Stück dieser Landschaft.
Eine Olive, zwei Berufungen
Die meisten Olivensorten sind entweder für den Tisch oder für die Ölmühle gedacht. Die Nocellara del Belice kann beides. Als Tafelolive ist sie weit über Sizilien hinaus bekannt, international oft einfach als „Castelvetrano-Olive“: groß, rund, leuchtend grün, mit knackigem Fruchtfleisch und mildem, leicht süß-säuerlichem Geschmack. Ihre Früchte erinnern in der Größe an Walnüsse, der Kern ist im Verhältnis klein.
Unter mehr als 550 Olivensorten gilt sie als die einzige, die gleich zweimal eine geschützte Ursprungsbezeichnung trägt: als Tafelolive und als Olivenöl aus dem Tal des Belice.
Wie schmeckt Öl aus Nocellara del Belice?
Früh geerntet, solange die Oliven noch grün sind, ergibt die Nocellara ein intensiv grünes, fruchtiges Öl. Typisch sind Noten von frisch geschnittenem Gras, Tomatenblatt und Artischocke, dazu grüne Mandel. Im Mund folgt eine elegante Bitterkeit und am Ende eine feine Schärfe, die kurz im Hals kitzelt.
Bitterkeit und Schärfe sind bei nativem Olivenöl extra kein Fehler, sondern positive Merkmale. Sie zeigen, dass das Öl aus frischen, früh geernteten Oliven stammt. Die Nocellara bringt beides mit, ohne laut zu werden: Sie ist präsent, überdeckt ein Gericht aber nicht.
Boden, Klima, Alter
Das Tal des Belice liegt nah am Meer. Die Böden rund um Castelvetrano und Selinunte bestehen zu einem großen Teil aus Tuffstein, reich an Mineralien. Aus demselben Stein wurden vor über 2.500 Jahren die Tempel von Selinunte gebaut. Viele Haine sind sehr alt; unsere Bäume sind im Durchschnitt über 500 Jahre alt und werden nicht künstlich bewässert. Sie wachsen im Rhythmus von Sonne, Wind und Meeresluft.
Olivenkultur hat hier eine lange Geschichte. In Selinunte, im 7. Jahrhundert vor Christus gegründet, wurde schon in der Antike Öl gewonnen. Mühlsteine aus dem 5. Jahrhundert vor Christus sind in der Gegend gefunden worden.
Früh oder spät geerntet?
Für Tafeloliven und für Öl wird die Nocellara zu unterschiedlichen Zeitpunkten gepflückt. Für ein fruchtiges, grünes Öl erntet man früh im Herbst, wenn die Oliven noch grün sind und gerade beginnen, die Farbe zu wechseln. Früh geerntete Oliven geben weniger Öl, dafür ist es aromatischer, bitterer und schärfer. Später geerntete, dunkle Oliven ergeben ein milderes, runderes Öl. Wir ernten bewusst früh, im Oktober, von Hand.
Wofür nimmt man Nocellara-Öl?
Weil es fruchtig, aber nicht zu kräftig ist, passt es zu vielem: über warmem Brot, Tomaten, rohem Fisch, frischem Käse, Gemüse und Hülsenfrüchten. Auch zum Kochen bei mittlerer Hitze ist es gut geeignet. Ideen dazu findest du in unserem Artikel Natives Olivenöl extra in der Küche.
Worauf man beim Kauf achten sollte
- Sorte auf dem Etikett: „100 % Nocellara del Belice“ statt einer allgemeinen Mischung.
- Herkunft: ein konkreter Ort in Sizilien, idealerweise ein einzelner Betrieb.
- Erntejahr: Olivenöl ist ein Frischeprodukt. Je jünger die Ernte, desto lebendiger der Geschmack.
- Verarbeitung: schnelle Verarbeitung nach der Ernte und „kalt extrahiert“ bei höchstens 27 °C.
Häufige Fragen
Ist die „Castelvetrano-Olive“ dasselbe wie die Nocellara del Belice?
Ja. Die grüne Tafelolive, die international unter dem Namen der Stadt Castelvetrano bekannt ist, ist die Nocellara del Belice.
Wächst die Nocellara del Belice auch anderswo?
Einzelne Bäume gibt es auch außerhalb Siziliens. Ihre Heimat und ihr geschütztes Anbaugebiet ist aber das Tal des Belice im Westen Siziliens.
Schmeckt Nocellara-Öl immer gleich?
Nein. Erntezeitpunkt, Wetter des Jahres und Verarbeitung prägen jeden Jahrgang. Früh geerntet ist es grüner und schärfer, später geerntet milder.
Unsere Nocellara
Olio Narciso ist 100 % Nocellara del Belice aus unseren Hainen in Castelvetrano, seit 1952 in der Familie. Wir ernten früh und von Hand, mit Leitern, und bringen die Oliven innerhalb von vier Stunden in die Mühle. Mehr über den Ort erzählen wir auf unserer Seite Sicilia, das Öl selbst findest du hier.